Wichtigen Einfluss auf die Entwicklungen am Devisenmarkt nehmen auch die Einflüsse der Notenbanken. Die gehen hinsichtlich ihrer Zinsentscheidungen getrennte Wege, die sich aus den Entwicklungen der jeweiligen Volkswirtschaft eines Landes ergeben. Während die eine Notenbank eines Landes recht geringe Leitzinssätze beschließt, bleiben andere Länder auf höheren Zinssätzen bestehen. Ähnlich den Entwicklungen, die sich im Zuge der Wirtschaftskrise ergeben. Während die USA sehr niedrig angesetzte Zinssätze entschieden haben, ist die Europäische Zentralbank noch nicht so tief heruntergegangen mit ihren Zinssätzen, weil eben die wirtschaftliche Situation in den USA sich – vielleicht nur noch – von der in Europa unterscheidet.

Manche Zinsentscheidungen machen für Außenstehende zunächst keinen Sinn. Warum senken manche Notenbanken einiger Staaten ihre Zinssätze, während andere bei höheren Leitzinssätzen bleiben? Neben wirtschaftlich geprägten Entscheidungen sind es hier natürlich auch die menschlichen Entscheidungen, die eine Rolle spielen. Auch hier gilt es wieder ein subjektives Empfinden nach Möglichkeit auf ein Minimum zu reduzieren – was natürlich bei den Notenbanken nach Möglichkeit erreicht wird, aber eben nicht ganz. Der Mensch bestimmt auch hier den Markt. Und damit ist auch erklärbar, dass die Munition, die durch die Zentralbanken im Hinblick auf Zinsregulierung besteht, manchmal eben ihre gewünschte Wirkung verfehlt.

Grundsätzlich ist es aber so, dass eine Aufwertung einer Währung der Konjunktur einen Dämpfer erteilt, dafür aber eine Verbilligung der Importe ermöglicht. Das wiederum senkt die Gefahr der Inflation. Eine Abwertung einer Währung wiederum kurbelt die Konjunktur eines Landes an – und auch die Inflation.

Inwieweit hier auch der politische Einfluss, die eigene Währung zu manipulieren, eine Rolle spielt, sei einmal dahingestellt. Und auch die Kommunikation den Märkten gegenüber spielt natürlich bei den Zinsentscheidungen eine Rolle. Die US-Notenbank Federal Reserve, die in der Branche kurz als Fed bezeichnet wird, hat einen Chef – und der wiederum gilt als wichtige Person für alle Devisenhändler. Wird aus den Chefetagen der Fed eine Entscheidung bekannt gegeben, werden diese Worte vom Devisenmarkt schon sehr auf die Goldwaage gelegt. Und selbst das, was hier nicht gesagt wird, macht Einfluss auf die Entwicklungen am Devisenmarkt. Wird also von der Fed erklärt, dass ein historisch niedriges Zinsniveau gehalten wird und der begleitende Teil „für eine lange Zeit“ wird von der Fed nicht erwähnt, dann kann es schon geschehen, dass innerhalb einer recht kurzen Zeit auch möglicherweise wieder erhöht wird. Das führt dann bei dem Euro möglicherweise wieder zu einem relativ schnell Nachgeben – eben aufgrund der Annahmen der Händler am Markt.

Die Fed als sehr wichtige Notenbank am Devisenmarkt wählt ihre Ausdrucksweise eben so, dass der Handlungsspielraum am Markt erhalten bleibt. Information statt Manipulation – so könnte die Regel hier lauten.

Die Interpretation der Informationen, die von den Banken auf den Markt gegeben werden und auch alle anderen Hinweise sind also zu einem guten Teil von der Interpretation der Marktteilnehmer abhängig – und beeinflussen dann so die Entscheidungen.

Ein spannender Markt – an dem aber keineswegs nur Zocker teilnehmen!

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21. Dezember 2008