Die Börsenaufsicht hat knapp drei Wochen nach dem großen Madoff-Skandal ein neues Schneeballsystem aufgedeckt.
Das Bekannt werden des Falls Madoff vor rund drei Wochen hat am amerikanischen Markt jetzt schon einen neuen Fall der Betrügerei als Folge. Diesmal geht es um ein Volumen, das bei bisher geschätzten 23 Millionen Dollar liegt – damit ist es wohl eher im Bereich der Portokasse zu suchen, vergleicht man mit dem Madoff Fall, der einen Schaden von rund 50 Milliarden Dollar nach sich zog.
Für die einzelnen Betroffenen ist das aber wohl eher unerheblich, denn Verluste sind eben Verluste. Diesmal trifft der Betrug wohl überwiegend Tausende von Investoren, die eine haitianische Abstammung haben. Soviel konnte die Börsenaufsicht am Dienstag in Washington schon einmal veröffentlichen.
Und so ist es diesmal eine Investmentfirma mit dem Namen Creative Capital, die wohl offenbar auch wirklich kreativ mit den Anlagen ihrer Kunden umgegangen ist. Die Ermittler konnten nämlich jetzt schon feststellen, dass seit etwa Mitte November 2007 agiert wurde und Millionenbeträge eingesammelt werden konnten seither. Versprochen war den Anlegern vom möglichen Betrüger eine Verdopplung ihrer Einlagen in einem Zeitraum von rund 90 Tagen. Das sollte durch Aktien- und Optionsgeschäfte erreicht werden.
Leider bekommen die Investoren wohl nun praktisch trotz dieser vollmundigen Versprechungen überhaupt nichts. Die Gewinne sollten übrigens für die Finanzierung neuer Geschäfte genutzt werden. Dazu gehörte dann auch ein Projekt, das für die haitianische Bevölkerungsgruppe in den USA und auch in deren Heimat gedacht sein sollte.
Von den insgesamt 23 Millionen Dollar, die eingesammelt wurden, verlor der vermutliche Betrüger der SEC allerdings dann schon 18 Millionen bei seinen Börsengeschäften. Vier Millionen wurden dann für ihn selbst und seine Familie abgezweigt. Und die Investoren schauten in die sprichwörtlich leere Röhre, denn die bekamen praktisch nichts zurückgezahlt.
Das war auch nicht nötig, denn ein Schneeball-Prinzip funktioniert eben nach dem Format, dass verlorene Summen bzw. versprochene Renditen mit den finanziellen Mittel weiterer Investoren gezahlt werden. Die tatsächlichen Gewinne fallen somit niedrig aus oder sind auch möglicherweise überhaupt nicht mehr vorhanden.
Dass hier wohl kein Investor mehr etwas von seinem Geld sieht, das ist ziemlich klar.








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