Auch wenn sich die Anleger am Markt in den letzten Tagen tendenziell etwas risikofreudiger zeigen und damit viele Strategien neu belebten, die wiederum vor dem Hintergrund der Kredite und dem daraus folgenden Boom vor den bisherigen Kursverlusten recht erfolgreich schienen – ob die Trends wirklich stabil bleiben, ist sehr fraglich.

Das waren zumindest die Entwicklungen, die sich in den letzten Tagen an den Devisenmärkten und auch an den Börsen zeigten und die von Experten aber eben nicht als wirklich durchgängig und richtungsweisend für die nächste Zeit bewertete werden. In den letzten drei Wochen – als dem Abschluss des Jahres 2008 – waren es eher Energie-, Rohstoff- sowie Schwellenländerwerte, die an den Börsen richtig gefragt waren. Und die Devisenmärkte erlebten eine Erholung – dazu gehörte zum Beispiel der brasilianische Real und auch die australischen, kanadischen und neuseeländischen Dollar sowie auch der südafrikanische Rand. Auch türkische Lira und südkoreanischer Won konnten sich ansatzweise von den Kursverlusten der zweiten Jahreshälfte 2008 erholen.

Während aber der Yen einen Teil seiner zuvor erzielten Kursverluste wieder aufgeben konnte, blieb das britische Pfund trotz kurzfristiger Erholung weiterhin schwach und auch der russische Rubel, die indischen Rupien und die isländische Krone erlebten keine deutliche Steigerung ihrer Werte – wenn überhaupt. Auch wenn die Marktteilnehmer aufgrund der wirtschaftlichen Erholung mancher Märkte in den vergangenen Tagen sehr zufrieden waren –für einige Märkte ist hier wohl weiterhin gesunde Skepsis angezeigt.

Richtig optimistisch war man in Brasilien. Da war es eine perfekte Kombination von Währungsaufwertung und steigenden Kursen an der Börse, die den Anlegern dann Kursgewinne im Bereich von bis zu 26 Prozent bescherten.

Aber leider sind die Kursschwankungen in allen Bereichen sehr stark ausgeprägt. Und so sind die beobachteten Trends zwar aktuell erfreulich – aber stabil scheinen sie eher nicht zu sein. Gezeigt hat sich das am ersten Mittwoch des neuen Jahres, als nämlich die sehr schwachen Konjunkturzahlen aus den USA veröffentlicht wurden. Die MBA-Hypothekenanträge hatten da nämlich einen Verlust von 8,2 Prozent zu verzeichnen. Der Challenger Stellenabbau-Indikator erlebte eine überraschende Steigerung von 275 Prozent. Gemäß dem ADP National Empleyment Report ging die Beschäftigung um 693.000 zurück. Und das sind Zahlen, die mehr als schwach sind.

Durch solche Veröffentlichungen wird dann auch der Optimismus wieder stark gedämpft, der sich bei den Anlegern in den letzten Tagen gezeigt hatte. Die Devisenmärkte bekommen nach den kurzfristig sehr positiven Trends der letzten Tage wieder Gegenwind und auch die Börsen schwächeln nach der Bekanntgabe der US-Zahlen wieder deutlich.

Der Dollar gerät nach solchen Nachrichten natürlich gegen den Euro erwartungsgemäß in die Defensive – ebenso auch andere Währungen, die kurzfristig stark geworden waren. Der Yen aber erhält unterstützenden Rückenwind.

Wer die schwachen konjunkturellen Zahlen betrachtet und die wirtschaftlichen Aussichten, die sich als sehr düster zeigen, betrachtet, sollte vielleicht auch die angekündigten umfangreichen Konjunkturprogramme und die lockere Geldpolitik mit gesunder Skepsis betrachten. Echtes Vertrauen in stabile Trends scheint hier vor dem allgemeinen Hintergrund eher nicht angezeigt.

Kursgewinne an der Börse nehmen sich im Moment eher wie Strohfeuer aus als dass echte Aufwärtstrends vermutet werden können. 

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08. Januar 2009