Der Handel mit Devisen, sogenannte Forex-Trades, ist in den letzten Jahrzehnten immer beliebter geworden. Lange Zeit blieb diese Königsdisziplin unter den Investmentformen vor allem institutionellen Investoren und wenigen professionellen Tradern überlassen. Doch seit einigen Jahren hat sich der Forex-Markt auch für private Investoren geöffnet. Doch Forex-Trading ist nichts für Zocker und Glücksritter. Die ständigen Kursschwankungen fordern von den Anlegern ständige informiert zu sein, Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden zu treffen und die Bereitschaft die eigenen Investitionen ständig umzuschichten.
Zur Zeit befinden sich der Forex Markt in heftiger Bewegung. Nach dem Allzeithoch des Euros von fast 1,60 Dollar in der Mitte des vergangenen Jahres, fiel der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung zeitweise tief unter die Marke von 1,30 Dollar. Nachdem die US Notenbank Federal Reserve die amerikanischen Leitzinsen faktisch gegen Null senkte, erholte sich der Euro wieder. Am Ende des Jahres 2008 stieg er auf über 1,48 Dollar um am Ende der vergangenen Woche nur noch knapp über der 1,34 Dollar Marke zu notieren. Die gegenwärtigen Kursschwankungen des Euros auf dem Forex-Markt sind so heftig wie noch nie in der zehnjährigen Geschichte der europäischen Gemeinschaftswährung.
Trotzdem ist das Spekulieren auf Währungen in den letzten Jahren zu einem beliebten Investmentinstrument vieler Investoren geworden. Durchschnittlich werden täglich Währungen im Wert von 3,2 Billionen Dollar gehandelt. Bis vor wenigen Jahren konnten nur professionelle und institutionelle Anleger von diesen gewaltigen Umsätzen profitieren. Erst langsam öffnete sich der Forex-Markt auch für private Investoren. Vor allem die schwere Vorhersagbarkeit der Wechselkurse macht den Handel mit Devisen so komplex. Unzählige Faktoren aus Politik und Wirtschaft wirken auf die Kurse ein. Jeder Anleger, der im Forex-Trade erfolgreich sein und Geld verdienen will, muss ständig informiert sein und notfalls innerhalb weniger Augenblicke seine Anlagen umschichten. Während das Liegenlassen von Aktien über einen längeren Zeitraum eine erfolgsversprechende Strategie im Wertpapierhandel sein kann, lässt sich dieses Verhalten auf den Forex-Markt nicht anwenden. Anlagezeiträume bewegen sich im Minuten und Stundentakt. Kleinanleger und Hobby-Händler werden meist von einer Vielzahl von Informationen erschlagen.
Wechselbeziehungen zwischen Forex- und Aktienmärkten sind zwar vorhanden aber nur sehr schwach ausgeprägt. Währungen entwickeln sich weitestgehend unabhängig vom Wertpapiermarkt. Und gerade das kann für viele Anleger von großem Vorteil sein. Während die Kurse an klassischen Märkten fallen, können die Kurse auf dem Forex-Markt dagegen steigen. Anleger können so ihr Portfoliorisiko mit Anlagen im Devisengeschäft streuen und das Gesamtrisiko vermindern.
In den letzten Jahren haben sich einige neue Instrumente entwickelt, mit denen auch Privatanleger am Forex-Trade partizipieren können, ohne selbst als Nachfrager am Forex-Markt über einen Broker direkt teilzunehmen. Ein Beispiel dafür sind Zertifikate. Die Forex-Zertifikate ahmen Carry Trades nach. Das funktioniert so, dass in Ländern mit einem niedrigen Leitzins Kredite aufgenommen werden. Anschließend werden die Kredite in Ländern angelegt, die einem hohen Leitzins aufweisen. Der Anleger kann so von der Zinsdifferenz profitieren. Steigt gleichzeitig der Wechselkurs des Hochzinslandes gegenüber der Währung des Niedrigzinslandes, kann der Anleger sogar noch einmal gewinnen. Beim Rücktausch der Währung des Kredites fallen dann noch Wechselkursgewinne an. Aber genauso schnell wie man mit einem Zertifikat gewinnen kann, kann man auch verlieren. Das sollte jedem Investor vorher klar sein.
Besonders dramatisch fiel diese Erkenntnis bei hoch verzinsten Rohstoffwährungen aus. Bis Mitte des vergangenen Jahres sind solche Rohstoffwährungen wie der australische und kanadische Dollar sowie der südafrikanisch Rant stark gestiegen. Ausgelöst wurden die enormen Kursgewinne durch die explodierenden Rohstoffpreise zu gleichen Zeit. Doch als sich die weltweite Konjunktur langsam abkühlte, fielen auch die Rohstoffpreise, da die Nachfrage danach weltweit sank. Der enorme Preisverfall bei den Rohstoffen fiel umgehend auf die Wirtschaft der exportierenden Staaten zurück. Die nationalen Notenbanken waren zu massiven Zinssenkungen gezwungen, um den drohenden konjunkturellen Abschwung abzufedern. Doch diese Maßnahmen wirkten sich wiederum verheerend auf die nationalen Währungen aus, die dadurch mächtig unter Druck gerieten und mit einem Abwärtstrend an den Forex-Märkten reagierten. Statt doppelt von den Zertifikaten zu profitieren, wurden die Anleger vom Verfall der rohstoffbasierenden Währungen doppelt getroffen.
Eine weitere und wesentlich sichere Möglichkeit, als Zertifikate auf Währungen, sind Devisenfonds. Dieses Instrument ist erst wenige Jahre alt. Seit 2004 haben Fondsgesellschaften die Möglichkeit, Währungsgeschäfte nicht mehr einzig zur Absicherung von Kursschwankungen zu betreiben, sondern sie dürfen sie auch als Anlageprodukte anbieten. Die Fondsstrategien sind dabei genauso vielfältig, wie die Anbieter solcher Produkte. Einige Strategien verfolgen die Anlage von Geldmarktpapieren in unterschiedlichen Währungen, andere verfolgen lieber Termingeschäfte mit Devisen. Die unterschiedlichen Anlagestrategien beherbergen unterschiedlich hohe Risiken. Die Volatilitäten sind genauso unterschiedlich wie die Wertentwicklung solcher Devisenfonds. Wer also mit einer dieser Formen am Forex-Markt partizipieren will, sollte sich vorher umfassend beraten und sich die Fondsstrategien einzelner Anlagemöglichkeiten genau erläutern lassen.







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